Dienstag 30. Januar 2018

30.01.2018 - 19:00

Spielort: 

TRUE WARRIORS

Afghanistan, Deutschland 2017 I Ronja von Wurmb-Seibel, Niklas Schenck I 90 Min I OmdtU

Kabul, 11. Dezember 2014: Bei der Premiere eines Theaterstücks über Selbstmordanschläge sprengt sich ein 17 Jahre alter Junge in die Luft. Manche Zuschauer*innen klatschen – sie halten die Explosion für eine besonders realistische Inszenierung. Erst als Panik ausbricht, verstehen sie, was passiert ist. Der Dokumentarfilm TRUE WARRIORS erzählt die Geschichte der Schauspieler*innen und Musiker*innen, die an diesem Tag auf der Bühne standen. Sie wollten mit ihrem Stück über Selbstmordanschläge ein Zeichen setzen gegen den Terror, der ihre Gesellschaft zerfrisst. Nun sind sie selbst vor Angst gelähmt. Sollen sie jemals wieder Theater spielen? Nicht vorstellbar. Als Musiker berühmt werden? Viel zu gefährlich. Erst als der Schock der Gewalt sie ein zweites Mal trifft, entscheiden die Künstler*innen, sich mit aller Kraft ihrer Ohnmacht entgegenzustellen. Sie radikalisieren sich künstlerisch und beginnen so, ihr Trauma zu besiegen. TRUE WARRIORS zeigt uns, dass wir dem Terror mehr entgegensetzen müssen als Hass und Angst.

Schlagworte: 

Termine: 

Regie: 

Gast: 

Flüchtlingshilfe Mittelhessen und Ute Weyer (Systemische Praxis Gießen, Traumafachberaterin (DeGPT))
30.01.2018 - 19:30

Spielort: 

KONZERNE ALS RETTER

Deutschland 2017 | Caroline Nokel | 90 Min | OmdtU

Erklärtes Ziel der UN ist es, bis 2030 Armut und Hunger weltweit zu beenden. Um das zu erreichen, setzt die staatliche Entwicklungshilfe zunehmend auf die Privatwirtschaft. Der Einsatz unternehmerischen Know-hows kreiere eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, so die Befürworter*innen. Kritiker*innen halten dagegen, dass das Einbeziehen von Konzernen in die Entwicklungshilfe eine Außenwirtschaftsförderung sei und nicht den Hungernden zugute komme. Die Dokumentation analysiert die politischen Hintergründe öffentlich-privater Partnerschaften in der Entwicklungshilfe. Sie beleuchtet sieben unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit im Ernährungs- und Landwirtschaftssektor in Kenia, Sambia und Tansania. Dabei wird der Missbrauch staatlicher Entwicklungsgelder durch die Industrie aufgezeigt und der Grundkonflikt zwischen industrieller und kleinbäuerlicher Landwirtschaft deutlich. Ist eine Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und Staat in der Entwicklungshilfe überhaupt auf eine Art möglich, dass die lokale Bevölkerung tatsächlich von ihr profitiert?

Schlagworte: 

Termine: 

Regie: 

Gast: 

AlexisPassadakis(AttacFrankfurta.M)
30.01.2018 - 20:30

Spielort: 

GUARDIANS OF THE EARTH

Österreich, Deutschland 2017 | Filip Antoni Malinowski | 86 Min | OmdtU

Nach 21 Jahren des kontinuierlichen Scheiterns von UN-Klimaverhandlungen treffen 20.000 Unterhändler*innen aus 195 Ländern auf einem vom Militär geschützten Privatflughafen im Norden von Paris zusammen. Hinter verschlossenen Türen starten die Delegierten einen neuen Versuch, sich auf ein verbindliches globales Abkommen gegen den Klimawandel zu einigen. Der Film zeigt das Ringen um das komplexe Vertragswerk aus der Perspektive von fünf Beteiligten – unter anderem der Chefin der UN-Klimaabteilung, den Unterhändler*innen von zwei der am meisten von den Folgen des Klima- wandels bedrohten Staaten und dem Vertreter Bahrains, eines Öl-Exportlandes. Er gibt einen einzigartigen Einblick in den Prozess hinter verschlossenen Türen und offenbart die Konflikte einer globalisierten Gesellschaft: zwischen Solidarität und nationalen Eigeninteressen, zwischen dem Kampf um kurzfristiges Wirtschaftswachstum auf der einen und dem massiven, langfristigen Verlust an Lebensgrundlagen auf der anderen Seite.

Schlagworte: 

Termine: 

Regie: 

Gast: 

Manfred Treber (German Watch e. V.)
30.01.2018 - 18:00

Spielort: 

FUCK WHITE TEARS

Südafrika, Deutschland 2016 | Annelie Boros | 26 Min | OmengU

Mit dem Vorhaben, einen Film über die Studierendenbewegung in Südafrika zu drehen, reist Annelie Boros nach Kapstadt. Doch sie erfährt nur Zurückweisung: Die Studierenden wollen nicht, dass sie als Weiße einen Film über die vor allem schwarze Protestbewegung macht.
Die Filmemacherin versucht zu verstehen, warum, und zeigt uns einen Film über einen Film, den sie nicht machen konnte. Es geht um seit Jahrhunderten andauernde ungleiche Machtverhältnisse in Südafrika, tief verwurzelten Rassismus und nicht zuletzt um das Filmemachen an sich.

Schlagworte: 

Termine: 

Regie: 

Vorfilm: 

Gast: 

Annelie Boros (Regie)
30.01.2018 - 20:30

Spielort: 

AWAKE, A DREAM FROM STANDING ROCK

USA 2017 | Josh Fox | 84 Min | Englisch

Das Widerstandscamp von »Standing Rock« bildete 2016 das Zentrum des Widerstands gegen den Bau der »Dakota Access Pipeline«. Die Sioux der Standing Rock Reservation wehren sich gegen den Bau der Pipeline, die über die Grabstätten und das heilige Land ihrer Vorfahren verlaufen soll. Der Plan für die Pipeline sieht vor, den Lake Oahe zu unterqueren und stellt eine Gefahr für die Wasserversorgung des Reservats und bestehende Ökosysteme dar. Im Laufe des Jahres wuchs das Camp auf über 3.000 Menschen an, die sich friedlich gegen die Umweltzerstörung einsetzten. Über 100 Gemeinschaften der Native Americans, Umweltorganisationen und Menschenrechtsaktivist*innen kämpften gemeinsam und gestalteten selbstorganisiert den Alltag im Camp. Standing Rock wurde zu einem Symbol und zur Inspirationsquelle der globalen Bewegung für Klimagerechtigkeit. Der Film erzählt die dramatische Geschichte des Protests aus der Perspektive der Aktivist*innen und der Camp-Gemeinschaft vor Ort.

Schlagworte: 

Termine: 

Regie: 

Gast: 

Dominik Werner (Marburg) und Vertreter*in der Klimagruppe Marburg
30.01.2018 - 18:00

Spielort: 

- in Kooperation mit Attac Marburg | Eintritt frei -

DIE STADT ALS BEUTE

Deutschland 2016 | Andreas Wilcke | 82 Min | Deutsch | OmengU

Von London bis New York gilt Berlin plötzlich als »the place to be«. Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die – verglichen mit »zu Hause« – spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungsbestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Welten prallen aufeinander und Paralleluniversen tun sich auf. Der Film dokumentiert über vier Jahre mit beeindruckenden Bildern die rasanten Veränderungen durch diesen Immobilienboom. Er befragt die verschiedenen Akteure, begleitet Makler, Investoren und Kaufinteressenten bei der Schnäppchenjagd und Mieter*innen beim Gang durch die Institutionen. Der Zuschauer ist quasi live dabei, wenn im Zeitraffertempo eine ganze Stadt umgekrempelt wird.

Schlagworte: 

Termine: 

Regie: 

Gast: 

Andreas Wilke (Regie)