Freitag 2. Februar 2018

02.02.2018 - 18:00

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TÜRKEI – RINGEN UM DEMOKRATIE

Türkei 2017 l Imre Azem l 52 Min l OmdtU

Im April 2017 stimmen nach offiziellen Angaben 51 Prozent der Wähler für Erdogans Präsidialsystem – die vier Protagonist*innen des Films gehören zu dem Teil, der »Nein« sagt. Die Dokumentation beginnt im Jahr 2013, als die Gezi-Park-Proteste, Höhepunkt der demokratischen Bewegung, Millionen Menschen aus unterschiedlichen politischen Lagern versammeln. Dort lernt der Regisseur Imre Azem einen Journalisten, eine Lehrerin und zwei Aktivist*innen kennen und begleitet sie über mehrere Jahre. Während sie versuchen, die demokratischen Kräfte in ihrem Land zu einen und trotz Risiko für ihre eigene Freiheit eine Alternative zu Erdogans Politik zu formulieren, scheint das Land in großen Teilen gespalten. Von den Gezi-Protesten 2013 über den Putschversuch 2016 bis hin zu Erdogans Ansprache nach dem Wahlsieg 2017 zeichnet die Dokumentation auch durch die persönlichen Geschichten der begleiteten Menschen das Innenleben eines Landes nach, dessen Zukunft umkämpft bleibt.

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Kemal Çalik (Bund türkischer Journalisten in Europa, ATGB)
02.02.2018 - 18:00

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TODSCHICK

Deutschland, 2016 | I. Altemeier, R. Hornung | 52 Min | Deutsch

Seit vielen Jahren versprechen uns die Modefirmen saubere und faire Produktionsbedingungen. Bei der Textilproduktion in den Billiglohnländern werden bis heute aber noch nicht einmal grundlegende Menschenrechte eingehalten. ArbeiterInnen sterben für die Mode, ob bei Feuern oder dem Einsturz kompletter Gebäude wie bei der Rana Plaza Katastrophe, wo über 1.200 Menschen umkamen. Können Selbstverpflichtungen der Unternehmen diese Misere beenden oder müssen weltweit wirksame Gesetze her? Einen Schritt in Richtung Wahrung von Menschenrechten hat Frankreich als Vorreiter unternommen, indem es ein Gesetz erlassen hat, das Unternehmen finanziell haftbar macht, wenn sie gegen Menschenrechte entlang der Produktionsketten verstoßen. Das Filmteam begleitet die Rechtsanwältin Marie Laur Guislan nach Bangladesch bei der Beweisaufnahme im Fall des französischen Konzerns AUCHAN, denn in den Trümmern des Rana Plaza Gebäudes wurden auch Markenzeichen von AUCHAN gefunden. Gefilmt wird dabei in maroden Fabriken in denen auch H&M und KIK produzieren lassen, zu Wort kommen Arbeiter*innen und Fabrikbesitzer*innen.

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Reinhard Hornung (Regie)
02.02.2018 - 20:30

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DIL LEYLA

Deutschland 2017 | Asli Özarslan | 71 Min | OmdtU

Der Dokumentar lm DI LEYLA porträtiert die 27-jährige Leyla Imret bei ihren politischen Bemühungen, den Friedensprozess zwischen der kurdischen Bevölkerung der Türkei und der Regierung voran zu treiben. Leyla wurde in der türkischen Kleinstadt Cizre nahe der syrisch-irakischen Grenze geboren und wuchs mit den heftigen, bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen PKK und Militär auf. Nachdem ihr Vater in einem Gefecht mit dem türkischen Militär ums Leben gekommen ist, schickte ihre Mutter die damals 5-Jährige nach Deutschland, um sie vor den anhaltenden Konflikten zu schützen. Dort wächst sie bei Verwandten auf. Zwanzig Jahre später kehrt sie in ihre Heimatstadt zurück und kandidiert für das Bürgermeister*innenamt. Mit großer Mehrheit wird sie gewählt. Der Dokumentarfilm schwankt zwischen alltäglichen Szenen der Kleinstadtpolitik und den immer wieder aufflammenden Konflikten in und um Cizre. Hoffnungsvolle Momente wie der Wahlerfolg der prokurdischen Partei HDP im Jahr 2015 werden überschattet von der erneuten Eskalation des Krieges im Jahr darauf.

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Mehmet Tanriverdi (Deutsch-kurdische Gesellscha Gießene.V.)
02.02.2018 - 20:30

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DIAS Y NOCHES ENTRE GUERRA Y PAZ

Kolumbien 2017 | Uli Stelzner | 75 Min | OmdtU

In Kolumbien soll der längste Krieg Lateinamerikas mit einem Friedensvertrag zwischen Regierung und Guerilla beendet werden. In einem Referendum wird der Vertrag aber mit knapper Mehrheit abgelehnt. Der Film entstand in den Tagen rund um das Referendum. Regisseur Uli Stenzler dokumentiert eine Reise durch Kolumbien und sammelt Erinnerungen der Bevölkerung an die vergangenen Jahre des Krieges. Er spricht mit der vom Krieg massiv betro enen Landbevölkerung, den Bewohner*innen der großen Städte, Demonstrant*innen gegen die FARC und ihren Anhänger*innen. Kann ein Friedensprozess mit all seinen Tücken gelingen angesichts der sozialen Ungleichheiten Kolumbiens und einer bloß formalen Demokratie im Rahmen des Neoliberalismus? Auf diese Fragen geben die Menschen unterschiedliche Antworten und stellen vor allem die soziale und wirtschaftliche Zukunft des Landes und die politische Partizipation in den Mittelpunkt. Diese sind von weitaus größerer Bedeutung als ein Friedensnobelpreis oder die einfache Unterschrift unter einen Friedensvertrag.

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Anika Oettler (Universität Marburg)