Montag 29. Januar 2018

29.01.2018 - 18:00

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GHOSTLAND – REISE INS LAND DER GEISTER

Deutschland 2016 | Simon Stadler, Catenia Lermer, Sven Methling | 86 Min | OmdtU

Für die Ju/`Hoansi, eine Jahrtausende alte Gemeinschaft in der namibischen Kalahari-Savanne, änderte sich ihr gesamtes Leben, als die Apartheid-Regierung ihnen 1989 das Jagdrecht entzog und sie dadurch zur Sesshaftigkeit zwang. Farmzäune durchziehen seitdem das Land. Jetzt liegt eine der raren Einnahmequellen im Tourismus. So führen sie Reisegruppen durch ihr Dorf, stellen ihre Tänze und sich selbst vor, werden beobachtet, bestaunt und fotografiert. Mit dem Angebot einer NGO an sie, Namibia zu bereisen, machen die Ju/ ́Hoansi erste Reiseerfahrungen. Und mit der Einladung an vier von ihnen, nach Deutschland zu reisen, wechselt die Perspektive endgültig. Zwischen der Boomtown Frankfurt und deutschem Landleben, staunendem Unterwegssein und ruhigem Reflektieren werden aus den Beobachteten nun Beobachtende. Mit einer kaum größer zu denkenden Distanz gehen die vier Ju/ ́Hoansi auf eine unterhaltsam-faszinierende Besichtigungstour ins Land der Geister. Und auch wir bekommen die Chance zu einem neuen Blick.

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Annedore Smith (Frankfurt)
29.01.2018 - 18:00

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AWAKE, A DREAM FROM STANDING ROCK

USA 2017 | Josh Fox | 84 Min | Englisch

Das Widerstandscamp von »Standing Rock« bildete 2016 das Zentrum des Widerstands gegen den Bau der »Dakota Access Pipeline«. Die Sioux der Standing Rock Reservation wehren sich gegen den Bau der Pipeline, die über die Grabstätten und das heilige Land ihrer Vorfahren verlaufen soll. Der Plan für die Pipeline sieht vor, den Lake Oahe zu unterqueren und stellt eine Gefahr für die Wasserversorgung des Reservats und bestehende Ökosysteme dar. Im Laufe des Jahres wuchs das Camp auf über 3.000 Menschen an, die sich friedlich gegen die Umweltzerstörung einsetzten. Über 100 Gemeinschaften der Native Americans, Umweltorganisationen und Menschenrechtsaktivist*innen kämpften gemeinsam und gestalteten selbstorganisiert den Alltag im Camp. Standing Rock wurde zu einem Symbol und zur Inspirationsquelle der globalen Bewegung für Klimagerechtigkeit. Der Film erzählt die dramatische Geschichte des Protests aus der Perspektive der Aktivist*innen und der Camp-Gemeinschaft vor Ort.

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Dominik Werner (Marburg)
29.01.2018 - 19:00

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THANK YOU FOR THE RAIN

Norwegen, Kenia 2017 | Julia Dahr & Kisilu Musya | 87 Min | OmdtU

Über fünf Jahre hinweg hält Kisilu Musya, ein Kleinbauer aus Kenia, mit der Kamera das Leben seiner Familie, seines Dorfes und die lokalen Auswirkungen des Klimawandels fest. Er filmt das Auftreten von Dürren, Überschwemmungen und Stürmen. Seine Kinder werden aus der Schule nach Hause geschickt, weil er infolge der Ernteausfälle die Schulgebühr nicht zahlen kann. Dorfbewohner*innen ziehen Arbeit suchend in die Stadt, familiäre Konflikte häufen sich. Nachdem ein Sturm sein Haus zerstört, beginnt Kisilu ein Gemeinschaftsprojekt von Kleinbäuer*innen aufzubauen. Er leistet Aufklärungsarbeit zum Klimawandel und versucht durch angepasste Anbaumethoden die negativen Folgen extremer Wetterbedingungen auf die Selbstversorgung seines Dorfes zu mildern. Über seinen Kontakt mit der Filmemacherin Julia Dahr wird er 2015 zur UN-Klimakonferenz nach Paris eingeladen. Mit großen Hoffnungen erstattet Kisilu Bericht vor den Regierenden der Welt.

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Vorfilm: 

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Lena Boeck (NETZ Bangladesh e.V. )
29.01.2018 - 19:00

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TODSCHICK

Deutschland, 2016 | I. Altemeier, R. Hornung | 52 Min | Deutsch

Seit vielen Jahren versprechen uns die Modefirmen saubere und faire Produktionsbedingungen. Bei der Textilproduktion in den Billiglohnländern werden bis heute aber noch nicht einmal grundlegende Menschenrechte eingehalten. ArbeiterInnen sterben für die Mode, ob bei Feuern oder dem Einsturz kompletter Gebäude wie bei der Rana Plaza Katastrophe, wo über 1.200 Menschen umkamen. Können Selbstverpflichtungen der Unternehmen diese Misere beenden oder müssen weltweit wirksame Gesetze her? Einen Schritt in Richtung Wahrung von Menschenrechten hat Frankreich als Vorreiter unternommen, indem es ein Gesetz erlassen hat, das Unternehmen finanziell haftbar macht, wenn sie gegen Menschenrechte entlang der Produktionsketten verstoßen. Das Filmteam begleitet die Rechtsanwältin Marie Laur Guislan nach Bangladesch bei der Beweisaufnahme im Fall des französischen Konzerns AUCHAN, denn in den Trümmern des Rana Plaza Gebäudes wurden auch Markenzeichen von AUCHAN gefunden. Gefilmt wird dabei in maroden Fabriken in denen auch H&M und KIK produzieren lassen, zu Wort kommen Arbeiter*innen und Fabrikbesitzer*innen.

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29.01.2018 - 20:30

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PRE-CRIME

Deutschland 2017 | Monika Hielscher und Matthias Heeder | 87 Min | OmdtU

Die Handlung des Sci-Fi-Films »Minority Report«, in dem Verbrechen vorhergesagt werden können, ist Realität geworden: Bei der Methode »Predictive Policing« wird prognostiziert, wann und wo ein/e Straftäter*in zuschlägt. Gefüttert wird der Polizeicomputer dafür mit unseren persönlichen Informationen, die wir täglich freiwillig im Internet preisgeben: Facebook, WhatsApp, Online-Bestellungen etc. In Chicago, London oder München arbeitet die Polizei bereits mit der Analyse von Big Data. Die Regisseur*innen Monika Hielscher und Matthias Heeder sind für ihren Dokumentarfilm um die halbe Welt gereist und haben Menschen getroffen, die jeden Tag mit dieser Technologie zu tun haben bzw. sie weiterentwickeln. Und sie sprachen mit Menschen, die Opfer von »Predictive Policing« wurden. Wie viel Freiheit sind wir bereit aufzugeben für das Versprechen absoluter Sicherheit? Sind Computer und Algorithmen wirklich die besseren Polizist*innen?

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Gast: 

Sören Kupjetz (Hackspace, Marburg)
29.01.2018 - 20:30

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THE WORKERS CUP

England 2017 | Adam Sobel | 89 Min | OmengU

Nachdem Katar von der FIFA zum Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ausgewählt wurde, startete in der Ölmetropole am persischen Golf ein wahrer Bauboom. Um all die geplanten Stadien und die Infrastruktur zu errichten, warb Katar Tausende von Wanderarbeitern an, die in engen und nur karg ausgestatteten Camps an den Außenrändern der Städte untergebracht wurden. Der Film erzählt von den harten Lebens- und Arbeitsbedingungen afrikanischer und asiatischer Wanderarbeiter und davon, wie für die Arbeiter jährlich ein Fußballturnier ausgerichtet wird, das man den Workers Cup nennt. Beim Fußballspielen abseits der glänzenden Fußballstadien hinter ihren staubigen Arbeitslagern vergessen sie, wenn auch nur zeitweise, ihre Enttäuschung darüber, dass viele von ihnen vor dem Unterzeichnen der Arbeitsverträge von den Anwerbern in ihren Heimatländern getäuscht, mit falschen Versprechungen in das Land gelockt wurden und jetzt für die halben Gehälter arbeiten, die ihnen versprochen wurden.

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Ursula Kneer (Amnesty International)