Montag 5. Februar 2018

05.02.2018 - 18:00

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STRIKE A ROCK

Südafrika 2017 | Aliki Saragas | 87 Min | Englisch

Die Geschichte zweier Freundinnen: Primrose Sonti und Thumeka Magwangqana leben in Marikana in der Nähe der Lonmin Platin-Mine, eine der weltgrößten. 2012 erlangte Marikana traurige Berühmtheit. Die Polizei massakrierte 37 streikende Minenarbeiter, ein traumatisches Ereignis für das neue Südafrika. Die Lebensbedingungen in ihrer informellen Siedlung haben sich seitdem noch weiter verschlechtert. Dagegen kämpfen diese beiden inspirierenden Frauen an. Sie gründen eine Frauenorganisation, nachdem eine Freundin ebenfalls durch die Polizei erschossen wird. Wir sehen, wie sich die beiden zu ganz unterschiedlichen sozialen Anführerinnen entwickeln. Primrose gewinnt einen Parlamentssitz für die neue radikale Oppositionspartei EFF und verlässt Marikana. Thumeka bleibt mit ihrer Furcht und ihrer Rolle als Anführerin im Kampf gegen Lonmin allein zurück. Können es die beiden Frauen mit dem Goliath aufnehmen und sich gleichzeitig die Freundschaft erhalten, die unter dem Druck zu zerbrechen droht?

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Carmen Ludwig (Universität Gießen)
05.02.2018 - 18:00

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#MYESCAPE

Deutschland 2016 | Elke Sasse | 90 Min | OmdtU

#MYESCAPE dokumentiert Fluchtwege auf direkte und eindrucksvolle Weise. Er nutzt dafür Videomaterial, das nicht von Filmemacher*innen oder Journalist*innen stammt, sondern von den Flüchtenden selbst. Für viele Menschen auf der Flucht ist das Mobiltelefon ein unverzichtbares Mittel zur Organisation ihrer Flucht. Es dient dem Transport von Erinnerungen an das Zurückgelassene und an die einzelnen Fluchtstationen. In den sozialen Netzwerken kursieren zahllose Clips, die nicht über, sondern von der Flucht nach Deutschland erzählen, nicht aus sicherem Abstand, sondern aus unmittelbarer Nähe. #MYESCAPE hat solche Fluchtgeschichten gesammelt: von der Heimat, vom Abschied, den verschiedenen Stationen der Flucht, der Ankunft und den ersten Eindrücken in Deutschland. Die Geflüchteten kommentieren ihr Filmmaterial mit ausführlichen Interviews. So entsteht ein eindrückliches Bild aus nächster Nähe von Menschen auf der Suche nach Sicherheit.

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05.02.2018 - 19:30

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THE END OF MEAT

Deutschland 2017 | Marc Pierschel | 95 Min | Deutsch

Filmemacher Marc Pierschel wagt mit seinem Film den Blick in eine mögliche Zukunft ohne Fleisch und antizipiert deren Auswirkungen auf die Umwelt, Tiere und uns selbst. Dabei begegnet er Esther, einem ganz besonderen Hausschwein, welches das Leben von zwei Kanadiern komplett auf den Kopf stellt, spricht mit den Pionier*innen der veganen Bewegung in Deutschland, besucht die erste vegetarische Stadt in Indien, begegnet geretteten »Nutztieren« in Freiheit und trifft auf Wissenschaftler*innen, die die Herstellung tierfreien Fleisches erforschen, das neben der veganen/vegetarischen Er- nährungsweise zusätzlich zu einer wesentlichen Veränderung des 600 Milliarden schweren, globalen Fleischmarkts beitragen soll. Der Film zeigt Auswirkungen des Fleischkonsums, untersucht die vielschichtigen Vorteile einer pflanzlichen Ernährungsweise und wirft kritische Fragen über eine zeitgemäße Tierethik und die zukünftige Rolle der Tiere in unserer Gesellschaft auf. Wie lässt sich die entscheidende Wende im Mensch-Tier-Verhältnis gesamtgesellschaftlich erreichen?

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05.02.2018 - 20:00

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DEAD DONKEYS FEAR NO HYENAS – GRÜNES GOLD

Deutschland 2017 | Joakim Demmer | 80 Min | OmdtU

Ein dokumentarischer Thriller über die rücksichtslosen Methoden des Landraubs. Ackerland gilt global als das neue »Grüne Gold«. Und einer der profitabelsten Hotspots in diesem Business ist Äthiopien. Der Film begleitet einen äthiopischen Umweltjournalisten und zeigt Landgrabbing als eine moderne Form der Kolonisierung, bei der sich ausländische Investoren ohne jeden Nutzen für die lokale Bevölkerung große Ackerflächen aneignen. Auf Exporterlöse hoffend überlässt die äthiopische Regierung Millionen Hektar von angeblich ungenutztem Land den Investoren. Versprochen werden dabei Wohlstand und Entwicklung. In der Realität aber bleiben Bäuer*innen zurück, die von dem Land, auf dem sie seit Generationen lebten, mit Gewalt vertrieben wurden. Sie kämpfen verzweifelt um den Erhalt ihres Landes, ihrer Kultur, ihres Lebens. EU, Weltbank und internationale Entwicklungsagenturen tragen zu diesem Desaster mit milliardenschwerer Unterstützung bei.

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05.02.2018 - 20:30

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- in Kooperation mit Attac Marburg | Eintritt frei -

FREE LUNCH SOCIETY – KOMM, KOMM GRUNDEINKOMMEN

Österreich, Deutschland 2017 | Christian Tod | 95 Min | Deutsch

Was würdest du tun, wenn du ein gesichertes Einkommen hättest? Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet Geld für alle – als Menschenrecht ohne Gegenleistung! Visionäres Reformprojekt, sozialromantische linke Utopie oder neoliberale Axt an den Wurzeln des Sozialstaates? Je nach Vertreter*in zeigt das Grundeinkommen sehr verschiedene ideologische Gesichter. Entscheidend ist das Menschenbild, das damit verwirklicht werden soll: Inaktivität als lähmendes süßes Gi oder Freiheit von materiellen Zwängen als Chance, für sich selbst und für die Gemeinschaft? Brauchen wir tat- sächlich die Peitsche der Existenzangst, um nicht träge vor dem Fernseher zu verkommen? Oder gibt die Erwerbsarbeit unserem Leben Sinn und sozialen Halt, weil wir es seit Jahrhunderten nicht anders kennen? Und weil wir nie gemeinsam die Freiheit hatten, uns anders zu verwirklichen? Der Film vermittelt Hintergrundwissen zu dieser Idee und sucht nach Erklärungen, Möglichkeiten und Erfahrungen zu ihrer Umsetzung.

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Werner Rätz (Attac)
05.02.2018 - 20:30

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DEPORTATION CLASS

Deutschland 2017 | Carsten Rau, Hauke Wendler | 84 Min | Deutsch

Sie kommen in der Nacht, reißen Familien aus dem Schlaf und setzen sie in ein Flugzeug: »Zuführkommandos« von Polizei und Ausländerbehörden haben im vergangenen Jahr 25.000 Asylbewerber*innen aus Deutschland abgeschoben. DEPORTATION CLASS begleitet solche »Rückführungsaktionen« im Rahmen der immer häufiger durchgeführten Sammelabschiebungen. Von der Planung in deutschen Amtsstuben über die meist nächtlichen Abholungen bis hin zur Ankunft der Betroffenen in ihrem Herkunftsland werden die verschiedenen Stufen einer Abschiebung dokumentiert. Der Film zeichnet aber nicht nur ein präzises, nüchternes Bild dieser Abschiebungen. Er gibt auch denjenigen ein Gesicht, eine Stimme und damit ihre Würde zurück, die in den Fernsehnachrichten nicht zu Wort kommen: Menschen wie Gezim, der in Deutschland auf eine bessere Zukunft für seine Kinder hoffte und ohnmächtig zusehen muss, wie sein Traum zerplatzt. Oder die Familie von Elidor und Angjela, die nach der Abschiebung in Albanien ins Bodenlose stürzt.

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