Arbeit

TODSCHICK

Deutschland, 2016 | I. Altemeier, R. Hornung | 52 Min | Deutsch

Seit vielen Jahren versprechen uns die Modefirmen saubere und faire Produktionsbedingungen. Bei der Textilproduktion in den Billiglohnländern werden bis heute aber noch nicht einmal grundlegende Menschenrechte eingehalten. ArbeiterInnen sterben für die Mode, ob bei Feuern oder dem Einsturz kompletter Gebäude wie bei der Rana Plaza Katastrophe, wo über 1.200 Menschen umkamen. Können Selbstverpflichtungen der Unternehmen diese Misere beenden oder müssen weltweit wirksame Gesetze her? Einen Schritt in Richtung Wahrung von Menschenrechten hat Frankreich als Vorreiter unternommen, indem es ein Gesetz erlassen hat, das Unternehmen finanziell haftbar macht, wenn sie gegen Menschenrechte entlang der Produktionsketten verstoßen. Das Filmteam begleitet die Rechtsanwältin Marie Laur Guislan nach Bangladesch bei der Beweisaufnahme im Fall des französischen Konzerns AUCHAN, denn in den Trümmern des Rana Plaza Gebäudes wurden auch Markenzeichen von AUCHAN gefunden. Gefilmt wird dabei in maroden Fabriken in denen auch H&M und KIK produzieren lassen, zu Wort kommen Arbeiter*innen und Fabrikbesitzer*innen.

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THE WORKERS CUP

England 2017 | Adam Sobel | 89 Min | OmengU

Nachdem Katar von der FIFA zum Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ausgewählt wurde, startete in der Ölmetropole am persischen Golf ein wahrer Bauboom. Um all die geplanten Stadien und die Infrastruktur zu errichten, warb Katar Tausende von Wanderarbeitern an, die in engen und nur karg ausgestatteten Camps an den Außenrändern der Städte untergebracht wurden. Der Film erzählt von den harten Lebens- und Arbeitsbedingungen afrikanischer und asiatischer Wanderarbeiter und davon, wie für die Arbeiter jährlich ein Fußballturnier ausgerichtet wird, das man den Workers Cup nennt. Beim Fußballspielen abseits der glänzenden Fußballstadien hinter ihren staubigen Arbeitslagern vergessen sie, wenn auch nur zeitweise, ihre Enttäuschung darüber, dass viele von ihnen vor dem Unterzeichnen der Arbeitsverträge von den Anwerbern in ihren Heimatländern getäuscht, mit falschen Versprechungen in das Land gelockt wurden und jetzt für die halben Gehälter arbeiten, die ihnen versprochen wurden.

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MACHINES

Indien, Deutschland, Finnland 2016 | Rahul Jain | 71 Min | OmdtU

Durch die Korridore der enormen und verwirrenden Strukturen einer Textilfabrik nimmt die Kamera die Betrachter*in mit auf eine Reise zu einem Ort der Entmenschlichung durch körperliche Arbeit und intensive Härte. Die Maschinen laufen an 7 Tagen in der Woche 24 Stunden. Die Schichten der Arbeiter*innen dauern 12 Stunden. Diese gigantische Fabrik im indischen Bundesstaat Gujarat, in deren Inneres kaum Tageslicht dringt, könnte genauso gut der Schauplatz für Dantes Inferno im 21. Jahrhundert sein. In seiner nachdenklich stimmenden und intimen Darstellung zeigt Regisseur Rahul Jain das Leben der Arbeiter*innen und das Leiden in einer Umgebung, der sie kaum entkommen können. Mit starker, visueller Sprache, unvergesslichen Bildern und sorgfältig ausgewählten Interviews der Arbeiter*innen erzählt Jain eine Geschichte von Ungleichheit, Unterdrückung und der großen Kluft zwischen den Perspektiven der Reichen und der Armen.

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FREE LUNCH SOCIETY – KOMM, KOMM GRUNDEINKOMMEN

Österreich, Deutschland 2017 | Christian Tod | 95 Min | Deutsch

Was würdest du tun, wenn du ein gesichertes Einkommen hättest? Das bedingungslose Grundeinkommen bedeutet Geld für alle – als Menschenrecht ohne Gegenleistung! Visionäres Reformprojekt, sozialromantische linke Utopie oder neoliberale Axt an den Wurzeln des Sozialstaates? Je nach Vertreter*in zeigt das Grundeinkommen sehr verschiedene ideologische Gesichter. Entscheidend ist das Menschenbild, das damit verwirklicht werden soll: Inaktivität als lähmendes süßes Gi oder Freiheit von materiellen Zwängen als Chance, für sich selbst und für die Gemeinschaft? Brauchen wir tat- sächlich die Peitsche der Existenzangst, um nicht träge vor dem Fernseher zu verkommen? Oder gibt die Erwerbsarbeit unserem Leben Sinn und sozialen Halt, weil wir es seit Jahrhunderten nicht anders kennen? Und weil wir nie gemeinsam die Freiheit hatten, uns anders zu verwirklichen? Der Film vermittelt Hintergrundwissen zu dieser Idee und sucht nach Erklärungen, Möglichkeiten und Erfahrungen zu ihrer Umsetzung.

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