Wirtschaft

KONZERNE ALS RETTER

Deutschland 2017 | Caroline Nokel | 90 Min | OmdtU

Erklärtes Ziel der UN ist es, bis 2030 Armut und Hunger weltweit zu beenden. Um das zu erreichen, setzt die staatliche Entwicklungshilfe zunehmend auf die Privatwirtschaft. Der Einsatz unternehmerischen Know-hows kreiere eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, so die Befürworter*innen. Kritiker*innen halten dagegen, dass das Einbeziehen von Konzernen in die Entwicklungshilfe eine Außenwirtschaftsförderung sei und nicht den Hungernden zugute komme. Die Dokumentation analysiert die politischen Hintergründe öffentlich-privater Partnerschaften in der Entwicklungshilfe. Sie beleuchtet sieben unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit im Ernährungs- und Landwirtschaftssektor in Kenia, Sambia und Tansania. Dabei wird der Missbrauch staatlicher Entwicklungsgelder durch die Industrie aufgezeigt und der Grundkonflikt zwischen industrieller und kleinbäuerlicher Landwirtschaft deutlich. Ist eine Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und Staat in der Entwicklungshilfe überhaupt auf eine Art möglich, dass die lokale Bevölkerung tatsächlich von ihr profitiert?

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DREAM EMPIRE

Dänemark 2016 | David Borenstein | 73 Min | OmengU

Sieben Jahre lang folgt DREAM EMPIRE der jungen Chinesin Yana, einer Arbeitsmigrantin vom Lande, die in einem kuriosen Sektor vom chinesischen Bauboom profitieren und ihren eigenen Chinese Dream verwirklichen will: In ihrer Agentur vermarktet sie westliche Ausländer im Unterhaltungsprogramm von Immobilienverkaufsshows. Talent ist dafür nur bedingt erforderlich, Hauptsache die sog. »White Monkeys« schaffen internationales Flair. »Man stelle einen Europäer vor eine Geisterstadt, schon wird sie zur Metropole einer globalisierten Zukunft.« (Sarina Lacaf, DOK.fest München) Das Wohnen in »internationalen Städten« vom Reißbrett mit pseudo-westlicher Wohnkultur bedeute sozialen Aufstieg und Anlagegewinne, versprechen die Makler ihren chinesischen Kunden. Viele, darunter auch Yana selbst, glauben daran und werden zu Spielbällen in der Welt der Immobilienspekulation. Borenstein erzählt nicht nur Yanas, sondern auch seine eigene Geschichte. Denn als Musiker aus Europa ist er selbst ein »White Monkey«, den Yana im Neonlicht von Chinas Boomtown Chongqing anheuert.

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DIE STADT ALS BEUTE

Deutschland 2016 | Andreas Wilcke | 82 Min | Deutsch | OmengU

Von London bis New York gilt Berlin plötzlich als »the place to be«. Das weckt Begehrlichkeiten. Jeder will hier wohnen und viele wollen sich hier eine Wohnung kaufen, die – verglichen mit »zu Hause« – spottbillig ist. Ehemaliger staatlicher Wohnungsbestand wird privatisiert und Mietwohnungen werden zu Eigentum. Welten prallen aufeinander und Paralleluniversen tun sich auf. Der Film dokumentiert über vier Jahre mit beeindruckenden Bildern die rasanten Veränderungen durch diesen Immobilienboom. Er befragt die verschiedenen Akteure, begleitet Makler, Investoren und Kaufinteressenten bei der Schnäppchenjagd und Mieter*innen beim Gang durch die Institutionen. Der Zuschauer ist quasi live dabei, wenn im Zeitraffertempo eine ganze Stadt umgekrempelt wird.

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